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Screen Style | Print Style edit | admin © 2004 Thomas Forster <www.forestfactory.de>
© by Thomas Forster (www.forestfactory.de)

Ein Hörstück in fünf Geisteszuständen

1) Schizophrenie Quadruplex I

2) Der knöcherne Mantel

3) Tot bin Ich

4) und so fort pflan zen

5) Et Cetera

Mit atmosphärischen Geräuschen, Bass- & Klingelgeräuschen und beschwingter Musik unterlegt!

Dieses Hörspiel ist nicht fertig, ich schreibe alle paar Jahre wieder einen neuen Teil, wenn meine eigene Schizophrenie danach verlangt!


Die Persönlichkeiten

I: Ego

II: Männlichkeit

III: Weiblichkeit

IV: Alter Ego


Schizophrenie Quadruplex I

I »

Ich.

II »

Hier.

III »

Dort.

IV »

Nein.

I »

Auf der Suche nach Vergangenheit.

IV »

Auf der Suche nach Zukunft.

III »

Das selbe.

II »

Identisch.

I »

Ich winde mich in einem Raum aus Unendlichkeit und Nichts, dem Strom der berechenbaren Zeit entgegen, um nicht kategorisiert zu werden in einem Raster aus Zeit und Raum, das mich einengt, mich unfrei macht, und meinen Untergang bedeuten kann.

II »

Ich weiß es nicht, aber ich denke.

III »

Also bin ich?

II »

Bin Ich?

III »

Ich?

IV »

Nein!

III »

Ich bin nur die Imagination, die sich mein Geist machte, um als gleicher unter gleichen auf diesem Planeten zu leben. Auch er nur Imagination?

I »

Nein.

IV »

Doch auch nicht Real.

II »

Irgendwo dazwischen.

Pause.

IV »

Mir entgeht nichts.

Auf irgend eine Art entdecke ich alles, selbst wenn ich es selbst nicht spüre, so hat es doch einen Platz in meinem Bewußtsein erlangt und ist so Teil meiner Selbst geworden. Ich kann nicht mehr umhin, auch diese Teile, die ich nie bewußt wahrnahm und nie wahrnehmen werde, zu akzeptieren als Teil meiner Identität, die zu repräsentieren ich nun einmal auf diesem Planeten gezwungen werde.

II »

Ich kann nicht anders.

III »

Soll ich anders können?

I »

Ich?

II »

Hier?

III »

Dort?

IV »

Nein?

I »

Oder vielleicht doch, und ich weiß es bloß noch nicht?

II »

Ich habe mir das denken abgewöhnt, als ich die Zeilen in Warten auf Godot las, die als einzige länger als fünf Zeilen wenigstens förmlich zusammenhängen. Ich glaube nicht wirklich, daß ich denken kann. Es ist nur eine Illusion, eine Imagination, wie alles andere auch. Ich denke nicht, und doch bin ich.Darf ich den überhaupt denken? Begehe ich nicht einen Fehler, in dem ich mich zu irgend etwas entschließe, daß vielleicht gar nicht zu verwirklichen ist?

IV »

Nein.

III »

Ich glaube nicht.

Ich habe mir auch das glauben abgewöhnt. Es hatte keinen konkreten Hintergrund, einfach so. Ich wollte nicht mehr. Ich konnte nicht mehr länger an etwas glauben. Frag mich nicht, warum. Ich weiß es nicht. Es überkam mich einfach so.

Pause.

II »

Ich glaube, ich muß mich jetzt übergeben.

I »

Also glaube ich doch wieder.

IV »

Scheiße.

I »

Ich?

II »

Du?

III »

Hier

II »

Dort?

Alle »

Nein!


Der knöcherne Mantel

I »

Sonnenmantel und Mondgebirge.

II »

Durchdachtes offenes System.

I »

In einem Strudel gefangen, möglicherweise hoffnungslos.

III »

Pflichtlich durchtriebenes Menschenkind vor der Erfindung des Werkzeugs.

I »

Nachdem das Feuer auf die Erde gebracht wurde bekam die Welt diese große Brandblase, in die ich gestern hineinstach und von deren Lymphflüssigkeit ich ertränkt wurde.

IV »

Todesmutige Tötung des todbringenden Indikators des Sterbens.

II »

Indikatorsuche nach farblicher Abstimmung mit dem täglich wechselnden Farbton der Haarpracht der Königin der Nacht- . . .

III »

. . . -schwarz ist die Iris des Meisters wenn die Taube vor dem Fenster singt . . .

I »

Und blaurot mutiert der Horizont bei der Brandrodung des menschlichen Schamhaares . . .

II »

Die von der Königin angeordnet wurde.

IV »

Durch ungewöhnliche Temperaturschwankungen verbarrikadierte olfaktorische Rezeptoren beim gewöhnungsbedürftigen Menschen in den Ländereien des ländlich länglichen Feindes.

III »

So wird das suchende Schnüffeln das am Boden liegenden Gesichtes nutzlos und ritualisiert sich zu einer letzten Handlung der Hoffnungslosen . . .

II »

. . . knöchernen . . .

I »

. . . Hoffnung.


Tot bin Ich

I »

Bin ich dir begegnet?

II »

Kann ich dir begegnet sein?

IV »

Darf ich dir begegnet sein?

III »

Oder ich?

II »

Oder ich?

I »

Oder ich?

IV »

Haarausfall nach wenigen Stunden.

II »

Doch der Kranz wird entzündet, weil wir warten auf eine Botschaft.

I »

Er brannte schon.

III »

Brannte mein ganzes Leben.

II »

Durchdringend wird mir bewußt, daß wohl nicht Herbst sein kann.

Ich widerspreche meinen Prinzipien...

IV »

Die ich vor Jahren abgelegt habe

I »

Um frei sein zu können.

III »

Zu dürfen

IV »

Zu müssen

II »

Und weiter gehen zu können

III »

Zu dürfen

IV »

Zu müssen

III »

Muß ich dürfen können?

I »

Darf ich können müssen?

II »

Kann ich müssen dürfen?

Pause.

IV »

Ich muß können dürfen!

I »

In einem anderen Leben erschien mir dieses wie ein Traum von einem vietnamesischen Palmenstrand.

III »

Kannst du dich noch an die Rotorblätter des Ventilators erinnern?

II »

An das Salz auf seiner Haut

I »

Daß er kristallisieren läßt

IV »

Um die Rehe im Wald zu versorgen

II »

Der Schweiß als Nahrung für das Wild.

III »

Das Wild, das er nicht verzehren darf.

IV »

Aus pädagogischen Gründen.

I »

Alleine läuft er seinen Schulweg

II »

Er frißt das Gras

III »

Hat es immer gefressen

II »

Fristet es noch heute

I »

Dieser „Er“

[

IV »

Billy wohl

I »

Genannt wurde er so

] gestrichen

III »

Fühlst du dich ihm verwandt?

Pause.

IV »

Er ist wie mein

III »

Stief-

II »

Schwieger-

I »

Groß-

IV »

Vater.

Schnell.

I »

Ich.

II »

Du.

III »

Hier.

IV »

Dort.

Alle »

Nein.

I »

Und sie?

II »

Das Furunkel auf meiner

III »

Deiner

II »

Stirn

IV »

Fängt glühend an zu

III »

Pochen

II »

Kochen

I »

Wenn ich

IV »

Du

II »

Ihr

II & III »

begegne-

III »

-st, kannstu sie fühlen?

Pause.

I »

Ein Astralkörper schwebt

IV »

Auf jener bekannten rosa Wolke

I »

Durch den Raum und läßt sich

IV »

Auf einer rosa Couch

I »

Mir gegenüber nieder

Alle »

Bin ich da wenn ich tot bin oder

bin ich tot wenn ich da bin oder

bin ich da wenn ich da bin

bin ich tot wenn ich tot bin

II »

Oder

III »

Bin

 

I »

Ich


und so fort pflan zen

I »

Hallo Vater.

IV »

Möchte ich dir etwas erzählen?

II »

Ja

III »

Nein

IV »

Habe ich mir etwa noch keine Gedanken darüber gemacht?

I »

Doch

II »

Weiblich

III »

Männlich

IV »

Das gegenüber

I »

Denke ich. Pause. Außerirdisch.

II »

Da ich irdisch

III »

Unirdisch

IV »

Unterirdisch

II lacht »

Einmal Pizza mit extra terrestrisch

Alle lachen.

III »

Und wenig-Er!

Alle verstummen, III´s Lachen verklingt schüchtern.

I »

Angenommen

IV »

Nur mal angenommen

II »

Rein hypothetisch

I »

Sagen wir mal

IV »

daß Sie

III »

wie auch ich

II feindet III an »

oder auch nicht

I »

Nicht von dieser Welt ist

IV »

Und weiter,

II »

daß wir von dieser

III »

jener

I »

Welt sind.

Nachdenkliche Stimmung.

II »

Können wir dann

I »

Ich denke nicht, daß

II »

Man sollte die mögliche

III »

Möglichkeit

II »

möglicherweise

IV »

für un-

I »

-möglich halten.

II »

Daß heißt, wir

III »

ihr

II »

können

III »

könnt

II »

uns

III »

euch

IV »

nicht

I »

paaren.


Et Cetera

II »

Generationen überblicken

III »

Generationen schaffen

I »

Zeugen um Zeugnis abzulegen

IV »

Zeugen um Zeugen zu zeugen

III »

Als Zeugen der Anklage

II »

Und Trauzeugen

III »

Ich und du?

II »

Du und Ich?

I »

Ich, Du ... und?

IV »

und und und ...

Alle »

et cetera

I »

Am Abgrund eines Anfangs

II »

Bist bald befreit

I »

Du schreitest gen Licht, hoffend auf das Ende einer Suche suchst du am Ende nach Hoffnung.

IV »

Ein vieläugiges Monster, daß sich aus den Albträumen meiner Kindheit bis heute halten konnte, begegnet mir nun tagsüber. In der U-Bahn, am Gemüsestand, der seinen schönen grünen Wagen mit der rot-schwarz gestreiften Plane mit den groben weißen Nähten aufgeben mußte zugunsten eines von Wind und Wetter befreiten in-door-vegetable-store mit Rentenanspruch und Erziehungsurlaub.

III »

Glaube ist nicht länger das Maß aller Dinge. Ich kann glauben was ich will, ich weiß was ich weiß. Nicht länger ist Weißheit durch Glauben zu erlangen ...

II »

Aber Glauben durch Wissen.

IV »

Freiheit steht auf unseren Fahnen, doch wozu bräuchte man Fahnen, wenn sie die Realität abbilden würden? Wozu etwas sagen, was ohnehin jeder weiß

III »

Oder glaubt

II »

Zu wissen

Pause

[

I »

Obst

Pause ...

IV »

Ja, ja

Pause...

]optional

I »

Der Turm zu Babel wurde aus Äpfeln gebaut. Äpfel, die man so hoch auftürmte, daß sie den Himmel erreichten und Gott von ihnen kosten konnte.

II »

So hat sich der Schöpfer selbst aus dem Paradies vertrieben.

III »

Die Kontrolle, die eine gemeinsame Sprache ermöglicht, ist bis heute unerreicht.

I »

Äpfel, von denen keiner essen durfte.

II »

Um Subventionen zu kassieren.

IV »

Der Turm zu Babel wurde aus den Schädeln kleiner Kinder gebaut, von denen der Antropologe sagen würde, daß sie negroid sind.

III »

Damit der Schöpfer aus ihnen trinken kann.

II »

Der Geschmack einer guten Spirituose aus einem Kinderschädel ist bis heute unerreicht.

IV »

Schädel, von denen keiner sprechen durfte.

III »

Um Subventionen zu kassieren.

Pause.

I »

et

IV »

cetera

I »

Lichtspendende Schatten wandern durch meine Gedanken, verhüllen und verbergen was durch sie selbst offenkundig wird. Das Zwielicht der Jahrhunderte umgiebt mich, in dem sich unumschreibbare Konturen abzeichnen, die von unaussprechlicher Logik zeugen.

III »

Logik ist keine Wissenschaft!

II »

Wissenschaft ist, was Wissen schafft.

I »

Der Mann war gut gelaunt, als er sein Haus verließ, er ging pfeifend die Straße entlang und wollte nichts als die sonnige Sonne genießen, die ihm wärmende Wärme spendete. Ohne trübe Gedanken gelangte er an ein Gehegt von Gauklern, ein Zirkuszug, und fand sich zu seiner eigenen Verwunderung vor dem Zelt der Zukunft wieder, dem Wagen des Wahrsagers, doch er wagte nicht zu weichen obwohl er ein wages Gefühl hatte, daß er hier nicht zu dem Glück gelangen konnte, daß er kannte bevor er gekommen war. Zögernd zerteilte er das Gehänge vor der Gruft seines Geschicks und wartend wendete er seinen Blick von Wand zu Wand. Unwirklich erschienen ihm die Umstände, unter denen er in diesen Unterstand gekommen war, bis der alte Astrologe auftrat und ihn den Atem anhalten ließ. Andächtig arrangierte er die Aufbauten um den Anschein aufrecht zu erhalten, der Kunde könne mit Kenntnis rechnen. Konfrontiert mit der kakophon klingenden Kunde seines Künftigen konnte der krank vor Kummer Keuchende kaum den Soll zahlen, den sein Meister ihm mitteilte. Mit Mühen mag er es geschafft haben, die Mitte der Mystik zu verlassen um fortan versteckt und verzweifelt zu versuchen zu vergessen was die Vergangenheit ihm vorhergesagt, doch kein Klang des Glücks kam künftig aus seinem Mund.

III »

Sich in Geburt befindend möchte das kommende Kind schreien, doch es bekommt noch keine Luft

IV »

et

Alle »

cetera