Diesen Traum hatte ich wärend meiner Wohnungssuche in Berlin. Witzig daran ist, daß ich zwei Tage später erfuhr, daß eine Bekannte plante, eine Abtreibung vorzunehmen.
Eine buddistische Nonne, kurz vor dem ertrinken, unterkühlt, verängstigt und doch stark. Ich habe sie herausgezogen und gewärmt, habe sie in Decken gehüllt, ihr warme Luft zugeblasen, und lange gewartet, bis sie wieder zu sich kam. Und sie schälte sich aus den Decken wie aus einem Kokon, nackt wie Gott sie erschuf, nur den nassen Slip hatte ich ihr nicht ausziehen wollten. Wollte etwas Distanz wahren, sie nicht zu sehr verletztlich machen. Ich wurderte mich über das Percing in ihrer linken Brustwarze, und über die Ansammlung von kelien Muttermalen auf ihrer linken Brust, fast unter der Achsel, die mich an Sternkonstellationen erinnerte. Ihr Blick traf mich nur kurz, dann scheifte er in die Ferne, und ihre Lippen bewegten sich zitternd. Sie hatte Angst, aber nur kurz, dann kroch eine unglaubliche Strenge und Sanftmut in ihren Blick. Sie nahm mich bei der Hand, und ich konnte meinen Blick nicht von ihrem immernoch feuchten Slip nehmen, der durch seine beige Farbe durchscheinen geworden war.
In der folgenden Nacht führte sie mich in eine Bar. Alles war sehr nobel, dicke rote Vorhänge bedeckten die Wände, tiefschwarze Tisch und Stühle verteilten sich über den Gästeraum, doch sie waren seltsam geformt, so daß man keine gequeme Position finden konnte. Wir setzten uns, und ein weiß gekleideter Kellner brachte uns Cocktails von großem Farbreichtum. An der Oberfläche der Flüssigkeit schwammen Embryonen mit langem Haupthaar, die Männlichen mit Bärten, und man hatte ihnen schwimmen beigebracht, so daß sie in ruhigen Zügen in unseren Gläßern im Kreis schammen. Und sie kannten philosophische Zitate, die sie aufsagten. Die synthetische Musik im Raum war gerade so laut, daß man die Embryonen noch gut verstehen konnte, und so ergab sich ein Stimmengewirr, angefüllt mit Weisheiten aus mehreren Jahrtausenden, owohl keiner der Gäste etwas sprach. Schließlich tranken die Gäste am Tisch ihre Cocktails und tranken auch die Embryonen, und ich konnte ihre kleinen Knochen in ihren Mündern knacken hören, wenn sie darauf bissen. Ich rannte und rannte, und die Nonne war bei mir, ohne Hektik glitt sie mit mir in die Welt hinaus. Ich besorgte mir Waffen und versuchte zu kämpfen, ich wurde gejagt und verweundet, und die Nonne war bei mir, und schließlich lag ich mit einer MG in einem dunklen Loch, geschafft und matt, und blickte sie an. Sie zwinkerte und legte sich neben mich. Dann begann das Wasser in dem Loch zu steigen, und ich konnte mich nicht an der Oberfläche halten. Ich bieb einfach liegen, und langsam wurde die Luft knapp und ich ertrank. Und neben mir lag die Nonne, mit friedlichem Ausdruck in ihrem schönen Gesicht.
Berlin 030202