Ihr seid bedeckt mit Angst
Ihr seid bedeckt mit Tränen
Angst vor dem Verlust des traurigen
Bandes, das euch mit apathischer
Freundschaft umgibt
Tränen für ein Kind, das starb,
um euch euer Leben bewußt werden zu lassen
Als der Mann, den ihr nicht sehen wollt,
die Grotte, in der er die Tage verbrachte,
verließ, ging er auf den silbrigen Schimmer
in euren Augen zu, um mit seiner brennenden
Zunge eine Träne zu trinken, deren Salz er benötigt.
Mit einem Messer, auf dem in alten Runen mythische
Rieten eingraviert sind, sticht er durch eure Brust.
Ihr könntet die Knochen krachen hören, wenn ihr
hinhören würdet.
Er schneidet den Krebs, der zwischen Herz und Nieren
schon so groß wie ein Kinderkopf wurde, heraus und
drückt den Saft heraus, den er euch zu trinken gibt.
Er beißt ein großes Loch in euren Kopf und saugt
das kaum benötigte Gehirn heraus, um es gegen die
nun vertrocknete Masse des Krebsüberrestes auszu-
tauschen, er gibt euch einen Klaps auf den Hintern und
schickt euch in das, was ihr unter dem Begriff : Leben
kennt.
Oh Gott, wenn ihr euch nur erinnern könntet!
Während der Frankfurter Buchmesse 1996