Frohlockend saß ich auf dem Baum
und blickte die fernen Berge, die
Freiheit verheißen wollen und doch
nicht können.
Sitzend und grübelnd kam das
Glück zu mir, küßte mich auf
die Wange und sagte:
Gehen wir zu den Bergen
Und ich ging.
Ich vergaß was ich gewußt habe
Und glaubte zu wissen,
was längst verworfen war:
Freiheit zu finden in den
luftigen Höhen der Berge,
die ich in meinen Träumen
besteige.
Und das Glück, das mir
sonst mein ganzes Leben nicht
so hold war,
führte mich hinauf
bis zum Gipfel,
nagelte mich an das Kreuz
und schrie mir ins Gesicht:
Nun siehe, welch Freiheit du hast
wenn du die ganze Welt betrachten kannst.
Und obwohl ich jetzt weiß, wie recht es hat,
wünsche ich mich doch wieder in die
Spitzen der Bäume, wo ich zu letzt geborgen war.
16/12/96